Margaux Compte-Mergier & Thomas Süß
Performance Art by Laura Eftychia Papachristos
curated by Kibo Alexander
05.April (Eastern) – 26.April
Opening: 15:00
05.04.2026
Music – Set by Thomas Süß
KS Room / Kornberg
Dörfl 1
8330 Feldbach
Exhibition
05.04. – 26.4.2026

https://www.margauxcompte-mergier.fr/

https://www.instagram.com/synthesuesser
Traces Entrelacées
Margaux Compte-Mergier ist eine französische Künstlerin mit Sitz in Berlin. In ihrer skulpturalen Praxis untersucht sie die instabile Schwelle zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Natur und Kultur. Mit Materialien wie Steinpulver, Silikon, Harz und Latex schafft sie hybride Formen – fragmentierte Körper, tierische und pflanzliche Figuren sowie Objekte –, die zwischen Relikt und Vorwegnahme oszillieren. Ihre Arbeit reflektiert über Mythos, Metamorphose und den menschlichen Drang, die eigenen Grenzen zu hinterfragen und zu überschreiten. Sie studierte Literatur, Philosophie und Ästhetik in Paris und absolvierte anschließend einen Master an der EHESS in Paris. In Spanien wird sie von der Galerie RÍO & MEÑAKA vertreten; zudem nahm sie an Residenzen wie dem 104-Paris teil und zeigte Einzelausstellungen in Berlin, Paris, Madrid und Lissabon.
Laura Eftychia Papachristos ist Performancekünstlerin und Dozentin in Berlin mit einem Interesse an Psychoanalyse. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Innen und Außen und der Frage, wie ein Übergang zwischen beiden möglich ist, ohne eine klare Grenze zu überschreiten. Diese spannungsreiche Beziehung erforscht sie in ihrer Arbeit. Sie studierte Anthropologie mit einem Schwerpunkt auf Technologie und Sexualität in Berlin und Athen.
Die beiden Künstlerinnen verbindet der Wunsch, die Kunsterfahrung zu transzendieren, indem sie das Unbelebte beleben. Papachristos „bewohnt“ die Skulpturen von Compte-Mergier und schafft so einen Dialog – zwei Zeiten, zwei Ausdrucksformen von Erfahrung, ein Atem im Inneren von Fossilien.
Thomas Süß hingegen nähert sich der Gegenwart durch eine zeichnerische Praxis, die Comics, digitale Renderings und Plakatästhetik miteinander verbindet. Humor, fiktive Superhelden, eine gewisse Rohheit sowie Referenzen an das Videospieldesign der frühen 2000er-Jahre prägen seine Arbeiten, die sich zwischen Intimität und Surrealem, zwischen Präzision und Andeutung bewegen.
Traces Entrelacées Verwobene Spuren Interlaced Traces
Traces Entrelacées Verwobene Spuren Interlaced Traces entfaltet sich als ein Gefüge aus Linien, Körpern und Fragmenten, in dem sich unterschiedliche Ausdrucksformen nicht gegenüberstehen, sondern ineinander übergehen. Zeichnung und Skulptur erscheinen nicht als getrennte Disziplinen, sondern als Zustände eines gemeinsamen Denkens, als Spuren, die sich überlagern, verschieben und neu formieren.
Im Zentrum steht eine Praxis der Transformation. Formen wirken zugleich wie Überreste und wie Anfänge, als hätten sie Zeit gespeichert und zugleich noch vor sich. Anklänge an mythologische, historische oder kollektive Bildwelten treten auf, ohne sich festzuschreiben. Sie bleiben durchlässig, fragmentiert, offen für Verschiebung. Bedeutung entsteht hier nicht als stabile Setzung, sondern als Bewegung.
Auch die zeichnerischen Elemente operieren in diesem Zwischenraum. Sie greifen visuelle Sprachen der Gegenwart auf, zitieren und verformen vertraute Bildcodes, lassen Figuren entstehen, die sich zwischen Intimität und Abstraktion bewegen. Präzision und Andeutung existieren gleichzeitig, ohne sich aufzulösen. Das Sichtbare bleibt nah und entzieht sich doch einer eindeutigen Festlegung.
So entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich Narrative nicht linear entfalten, sondern als Zustände erfahrbar werden. Figuren erscheinen oft hybrid, tierisch oder uneindeutig, eingebunden in Momente des Innehaltens, in denen sich Bedeutung nur andeutet und zugleich wieder verschiebt.
Diese Konstellation setzt sich in einer performativen Dimension fort.
Der Körper tritt in Beziehung zur Form und verschiebt deren Wahrnehmung. Bewegung, Atem und Präsenz schreiben sich in das Materielle ein und lassen eine Zone entstehen, in der sich die Unterscheidung zwischen belebt und unbewegt aufzulösen beginnt. Innen und Außen geraten in ein Verhältnis, das nicht klar überschritten wird, sondern sich vielmehr ineinander verschiebt.
Der Ausstellungsraum erweitert sich so um eine zeitliche Ebene. Skulptur wird durchlässig, Zeichnung beginnt zu resonieren, und das Fragment zeigt sich als produktiver Zustand, als etwas, das nicht fehlt, sondern eröffnet.
Traces Entrelacées Verwobene Spuren Interlaced Traces versteht Transformation nicht als Ausnahme, sondern als grundlegendes Prinzip. Linie wird zur Spur, Körper zur Erzählung, und Wahrnehmung zu einem Prozess, der sich nie ganz abschließen lässt. In diesem offenen Gefüge verschiebt sich der Blick hin zu einem Sehen, das weniger festhält und mehr begleitet.